(n)ever green

 

Hauptakteur der Bilderserie ist die Pestwurz. Die Pestwurz-Arten (lat. Petasites) bekamen ihren Namen, da die Menschen des Mittelalters glaubten, mit dem unangenehmen Geruch der Pflanze die Pest zu heilen, was natürlich nicht funktionierte. Die Pflanze besitzt sowohl heilsame als auch giftige Inhaltsstoffe. Ihre Aufbereitung wirkt unter anderem entzündungshemmend, schmerzlindernd, antiallergisch und krampflösend. Dafür sind bestimmte Inhaltsstoffe, die Petasine, verantwortlich. Ihr englischer Name „Butterbur“ geht auf die traditionelle Verwendung der Blätter zum Umwickeln von Butter bei warmem Wetter zurück. Pflanzen erinnern uns an die Vergänglichkeit (engl. Transience = Vergänglichkeit, Flüchtigkeit, Kürze, Kurzlebigkeit). Schon die alten Meister des Stillebens wußten mit ihren Vanitas-Motiven auf die Vergänglichkeit alles Materiellen (auch im Sinne von Nichtigkeit, Vergeblichkeit) hinzuweisen und wählten dafür u. a. Blätter, Blumen und Zweige aus. Der stoffliche, materielle Charakter unseres Daseins spiegelt sich in den Prozessen der Natur wider. So empfinde ich es. Sie macht uns damit die eigene Vergänglichkeit sichtbar und bewußter.

Butterbur Jungle, Öl auf Leinwand, 120 x 220 cm

Meine aktuellen Bilder sind im KUNSTKARREE in Friedrichstadt, Prinzenstraße 15, ausgestellt. Am 27. August wird im Rahmen der Kulturnacht Friedrichstadt 2022 die Ausstellung „(n)ever green“ eröffnet (ab 18 Uhr).